Entwicklungshilfe auf dem Golfplatz

Golfer suchen ständig neue Herausforderungen. So machten sich die Teilnehmer des Lufthansa-Mediencups auf zum Auswärtsspiel nach Heiligendamm. Doch der Golfplatz Wittenbeck erwies sich als unbezwingbar für Otto-Normalgolfer, besonders bei Wind in Orkanstärke.

Aber Berlins Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber blieb unerbittlich: Das Turnier war vorgabewirksam und nur einige wenige Golfer konnten ihr Handicap retten. Übernachtet wurde im Grand Hotel Heiligendamm. Auf dem auch nicht gerade leichten Seddiner Südplatz wurde der erste rotarische Hauptstadt-Cup ausgetragen, an dem sich 16 deutsche Rotary-Clubs beteiligten. Initiiert und organisiert wurde das Turnier von Michael Siebold (Handicap 8,4), Präsident des Rotary-Clubs Alexanderplatz. Er wagte sich nach langer Verletzungspause wieder auf den Platz und wurde Bruttosieger des Turniers. Bei den Damen gewann meine Mitspielerin Claudia Germandi (Handicap 22,8). Da sich auch die Golfer unter den Rotariern, zu denen in Berlin Hyatt-Direktor Fred Hürst und Flughafen-Chef Rainer Schwarz gehören, dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen, wurden 7000 Euro für die Polio-Bekämpfung gespendet.

In den von den britischen Alliierten gegründeten Golfclub Gatow hatte die Zeitung BZ zum Turnier geladen. Gespielt wurde Scramble und bei dieser kommunikativen Spielart zeigte sich der Botschafter der Mongolei, Baldorj Davaadorj (Handicap 28), besonders erfolgreich. Er beeindruckte nicht nur durch fehlerfreies Deutsch, sondern spielte überraschend gut. Dazu nutzte er die Runde, um mit Staatssekretär Hans-Jürgen Beerfeltz (Handicap 17,2) eine deutsch-mongolische Rohstoffpartnerschaft zu vereinbaren. Da wage es noch einmal ein deutscher Innenminister, Golf als "Randsportart" abzutun...

 

Autor: Petra Götze

Quelle: Berliner Morgenpost vom 27.06.2011

Link: http://www.morgenpost.de/printarchiv/leute/article1683415/Entwicklungshilfe-auf-dem-Golfplatz.html